BK-06 - Großer Hobo-Ofen - Zwischenbericht

 

 verfasst 2012 - geändert am 31.03.2012

 

Ein Forumsmitglied der Outdoorseiten machte eine Bemerkung über einen Hobo-Ofen aus einem Grillkohlenanzünder, den ich mir auch schon näher angesehen und die ersten Schritte zur Verwirklichung eingeleitet habe. Er wollte mir das nur erst einmal als Anregung posten, da ich ja eh 'grad in Bastel- und Experimentierlaune zu sein scheine. Recht hatte er und ich machte mich sogleich an die Arbeit.

 

Nach dem ersten Anlauf schrieb ich ihm einen kleinen Zwischenbericht:

 

... Scheinbar ticken Outdoor-Enthusiasten alle ähnlich! Als letztes Jahr der „Anzündkamin“, wie Du ihn nanntest, bei unserem Discounter unter der Bezeichnung „Grillkohlenanzünder“ verkauft worden war, beschaffte ich mir einen, entfernte den Haltegriff (zwei Schrauben) und benutzte ihn als Wärme-Hobo einmal auf einer Spritztour mit dem Camper in den Norden der Republik.

 

Beim ersten Versuch brannte das Holz durch den Kamineffekt und den großen Löchern im Boden unheimlich schnell herunter, so dass mein in einem Baumarkt erstandener Vorrat an Anzündholz innerhalb kurzer Zeit aufgebraucht war. Das war natürlich unbefriedigend.

 

Wieder zu Hause schnitt ich mir aus einem verzinkten Blech eine runde Platte heraus, passte sie in den Hobo ein und legte sie auf den Boden, um die Lüftungslöcher zu verschließen. Dann mottete ich aber das Projekt  über den Winter ein.

 

Erst durch Deinen Hinweis auf den „Anzündkamin“ im letzten Post und Deine darin enthaltene „Animation“, setzte ich meine Bastelarbeiten fort. Von den laufenden Versuchen möchte ich Dir ein paar Photos zeigen. Vielleicht kannst Du sie für Dein eigenes Vorhaben verwenden.

 

 

Bild 1: Der „Hobo“ wie ich ihn jetzt benutze: ohne Haltegriff und mit einer Bodenplatte, die die großen Öffnungen am Boden abdecken. Die beiden Abstandhalter für einen Topf oder Pfanne sind aus einer alten Fernsehantenne gefertigt. Ob ich sie verwenden kann, werden erst spätere Versuche zeigen.

 

 

Bild 2: Die vorhandenen Bodenlöcher sind für einen Hobo-Ofen viel zu groß. Da bekommt das Feuer so viel Zug, dass das Brennmaterial im Nu zu Asche umgewandelt wird.

 

 

Bild 3: Der Hobo vor dem Befüllen mit Holz. Der zusätzliche Boden ist bereits eingelegt. Als Aschenbehälter benutze ich einen Deckel von einer Keksdose. Bei geschlossenem Boden, wie hier, ist er allerdings nicht erforderlich.

 

 

Bild 4: Das Brennmaterial ist eingefüllt und der Hobo zum Anfeuern bereit ...

 

 

Bild 5: ... und hier in der Anheizphase zu sehen. Im Gegensatz zu den Survival-Spezialisten bevorzuge ich allerdings etwas Spiritus als Anzündhilfe und ein ordinäres Zündholz an Stelle von Zunder und Feuerstahl, Fuzzstick oder Kleinholz. Eingefleischte „Survivalaner“ mögen mir dieses „Sakrileg“ verzeihen!

 

 

Bild 6: Jetzt ist genügend Glut vorhanden, damit ein Feuer aufrecht erhalten und immer wieder angefacht werden kann. Das Bodenblech hat sich also bewährt. Wie man sieht, ist es ziemlich windig. Trotzdem brennt der Hobo ausgezeichnet.

 

 

Bild 7: Hier kann man sehen, dass die Glut relativ lange hält. Es ist zu überlegen, die Luftzufuhr zu regulieren. So könnte man das Feuer entsprechend dem Kochvorgang anpassen.

 

Meine nächsten Schritte:

 

Ich möchte so wenig wie möglich am Hobo selbst verändern, wie zum Beispiel eine Topfauflage durch Zinken am oberen Rand einschneiden, eine Feueröffnung anbringen usw. Warum weiß ich eigentlich selber nicht, na ja vielleicht aus Bequemlichkeit. Dafür werde ich den Topfhalter etwas höher gestalten, eventuell aus Draht biegen, damit der Hobo oben genügend Luft bekommt und ich Holz nachlegen kann - so ähnlich wie bei meinem Besteckbehälter-Hobo im Beitrag BK-05 - Vorstellung meiner selbstgebauten Hobo-Kocher - ultralight.

 

In die Bodenplatte werde ich wahrscheinlich kleine Löcher bohren und zwar so, dass man sie durch Drehen des Bodens verschließen kann – mehr oder weniger, weil sich der Originalboden bereits ziemlich verzogen hat. Dann kann man den Zug ein wenig regulieren. Wie ich die Drehmechanik gestalten werde, weiß ich noch nicht genau - vermutlich durch eine Lasche (Draht, weil der beliebig zu biegen ist), die am Rand zwischen Kamin und dem quadratischen Rost hindurchgeht und dann durch eines der seitlichen Lüftungslöcher bedient werden kann.

 

Wenn ich soweit bin, stelle ich das Endergebnis hier vor. Wie Du schreibst, zum Paddeln ist das Gewicht nicht so ausschlaggebend, mehr das Volumen. Aber in den Hobo kann man ja jede Menge hineinpacken, so dass der Raum bestens ausgenützt wird.  

Daraufhin erklärte das Forumsmitglied seinen derzeitigen Planungsstand mit dem Abdecken des Lochbodens mittels eines Dosendeckels, der rund 50 % der äußeren Öffnungen verschließt oder die Regelung der äußeren seitlichen Luftzufuhr mit einem Blechstreifen.

 

Zu seinen Ausführungen nahm ich folgendermaßen Stellung:

 

Da hast Du völlig recht. Ich sehe die Größe dieses „Hobos“ auch als ideal an, sowohl für das Paddeln, hier allerdings schon grenzwertig, insbesondere aber für meinen „Schlaglochspion“. In der Übergangszeit, wie jetzt im Frühjahr und im Herbst, finde ich ihn gerade richtig zum Wärmen, wenn genügend Glut aufgebaut worden ist und zum Kochen bei entsprechendem Durchzug, eventuell sogar zum Grillen. Ein großes Kochgerät ist immer leistungsfähiger als ein kleines. Hier muss jeder für sich das Passende finden und auch Kompromisse eingehen!

 

Nur für den Rucksack ist er wohl nicht so gut geeignet. (Lächelnder Smiley) Dafür gibt es aber kleinere und extrem leichte Alternativen, die ich bereits vorgestellt habe.

 

Natürlich kann man die seitlichen Luftlöcher mit Alufolie oder einem Blechstreifen (glattes Blech einer Instant-Kaffeedose) variabel verdecken. Hab's mal mit zwei Streifen versucht: Eine Seite wurde gefalzt und einfach ineinandergehängt, die andere mit einer Feder von einem Kugelschreiber zusammengespannt. Das Ganze ließ sich wunderbar vertikal über die Löcher verschieben und somit die Luftzufuhr individuell regeln.

 

Ich habe aber dann doch ein Bodenblech genommen, damit dünnes Astholz nicht durch die riesigen Löcher fällt, was mir des öfteren schon passiert ist. Vielleicht reich ein kleines Loch (zwischen 4 und 8 mm, man kann's ja stufenweise aufbohren) bei jedem großen „Durchlass“ am Hoboboden, damit der Ofen den nötigen Zug erhält. Je weniger „bewegliche“ Mechanik vorhanden ist, um so weniger geht dabei kaputt!

 

Ansonsten könnte man auch auf den Hoboboden ein Drahtgitter legen, damit nichts durchfällt und die seitlichen Luftlöcher regeln, wie oben beschrieben. Muss man einfach ausprobieren, was einfacher und besser ist.

 

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Basteln!

 

 

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