BK-18 - Holzkocher-Kombination - Hobo und Bushbuddy: „all-in-one“

 

verfasst 2014 - geändert am 25.03.2014

 

Zum Ausklang des Winters habe ich mich einmal an eine Kombination eines Holzgas-Kochers und eines Hobo-Ofens gewagt. Die Idee ist mir gekommen, weil ich bei der Planung für beide Kocher die selben überlangen Konservendosen verwendet habe. Wenn man das „Zubehör“ zusammenlegen würde, so habe ich mir gedacht, müsste ich mit nur einem Grundelement auskommen und ich mir eine Büchse sparen können. Was dabei herausgekommen ist, möchte ich hier beschreiben.

 

Ausgegangen bin ich wieder von den weit verbreiteten und nahezu überall erhältlichen Konservendosen.

 

 

Bild 01: Meine Holzkocher-Kombination, Hobo und Bushbuddy in einem einzigen Gerät vereint, das heißt auf neuhochdeutsch schlicht: „all-in-one“ - der Hobokocher (rechts) und der Holzgas-Einsatz (links)

 

Die äußere Hülle des Bushbuddys besteht aus einer Büchse mit 100 mm Durchmesser und einer Höhe von 175 mm mit Aufreißdeckel und dient zugleich mit dem entsprechenden Zubehör als Hobokocher. Darauf sitzt eine stapelbare Konservendose mit 100 mm Durchmesser und einer Höhe von 50 mm, ebenfalls mit Aufreißdeckel, als oberer Abschluss und als Windschutz, in die ich in den Boden ein Loch mit 63 mm Durchmesser geschnitten habe. Als Einsatz für den Buschbuddy dient eine Instantkaffee-Dose mit 85 mm Durchmesser und einer Höhe von 130 mm mit einem oberen breiten Rand (Öffnungsweite beträgt 68 mm). Der Topfständer weist eine Höhe von 17 mm auf und rastet am oberen Rand des Aufsatzes in die Rille der Dose ein, die beim Aufreißen des Deckels übriggeblieben ist. Der Topfständer gibt den Flammen genügend Raum, um den Topf am Boden und an der Seitenwand zu erhitzen. Die Gesamthöhe vom Bushbuddy, einschließlich Topfständer, beträgt 235 mm und die des Hobos 210 mm.

 

Die Ränder der großen Öffnungen von der Instantkaffee-Dose oben und des Bodens der kleine Konservendose habe ich mit 4 Schrauben und Distanzscheiben so fixiert, dass ein Spalt zwischen den beiden Dosen von 3,5 mm entsteht. Durch diesen Schlitz strömt die Sekundärluft in den Verbrennungsraum. Ich habe diese Lösung deswegen gewählt, weil ich eine feste Verbindung des Einsatzes haben möchte, damit er absolut dicht mit der Außenhülle abschließt und beim Transport nicht „ausnackeln“ kann und der Bushbuddy zum Reinigen leicht zerlegbar ist. Außerdem spare ich mir die Düsen für die Verbrennungsluft, erhalte so einen etwas größeres Volumen für die Holzvergasung und einen längeren Weg für die Sekundärluft zum Erwärmen.

 

Der Bushbuddy-Einsatz wird einfach in die Außenhülle gesteckt und schließt durch die „stapelbare“ kleine Dose oben dicht ab. Die Maße für die Durchlässe von Zuluft, Vergasungsluft und Sekundärluft für die Verbrennung des Holzgases erkläre ich bei den jeweiligen Bildern.

 

Das Prinzip eines Holzgasofens dürfte allgemein bekannt sein. Hier noch einmal die Kurzversion von einem Bushbuddy: Der Luftstrom führt durch die Löcher der Außenhülle am unteren Rand in den Kocher hinein und teilt sich dort auf: in die Vergasungsluft, welche durch die Löcher im Boden und in der unteren Zylinderwand des Einsatzes an den Brennstoff gelangt und dort durch autotherme Reaktion das brennbare Gasgemisch (überwiegend Kohlenmonoxid, Methan und weniger Ethylen, Wasserstoff) entstehen lässt und in Verbrennungs- bzw. Sekundärluft, welche angewärmt durch den oberen Spalt in den mit Holzgas gefüllten inneren Zylinder strömt und dieses direkt unter dem Topf/Pfanne verbrennt.

 

 

Bild 02: Diese drei Arten von handelsüblichen Konservendose bilden die Grundlage für meine Kocher-Kombination: Bushbuddy/Hobo - Instantkaffee-Dose, 85 mm Durchmesser, 130 mm hoch, 70 g schwer, mit einem breiten oberen Rand (links), Konservendose, 100 mm Durchmesser, 50 mm hoch, 50 g schwer (Mitte), Konservendose, 100 mm Durchmesser, 175 mm hoch, 110 g schwer (rechts). Die Rille am oberen Rand der Konservendosen, als Überbleibsel des Aufreißdeckels, in die der jeweilige Topfständer aus Kleiderbügeldraht einrastet, ist deutlich zu erkennen. Der „Restdeckel“ trägt auch zur Stabilisierung der großen Dosenöffnungen bei.

 

 

Bild 03: Die fertiggestellten Kocher - der reine Bushbuddy (links), der echte Hobo (rechts), in der Mitte der Testtopf, eine herkömmliche Konservendose, 100 mm Durchmesser, 117 mm hoch, 80 g schwer (wegen des häufigen Gebrauchs wiegt der Topf durch die angesetzte Patina von Harz und Holzteer jetzt 95 g) mit Deckel: 95 mm Durchmesser, 18 g schwer. Für den Bushbuddy habe ich eine zusätzliche Außenhülle mit weniger und kleineren Zuluftlöchern angefertigt, um eine verbesserte Pyrolyse zu erzielen und diese zu testen. Als Kombikocher verwende ich ausschließlich den Hobokocher mit mehreren und größeren Löchern (siehe auch Bild 13).

 

 

Bild 04: Die einzelnen Komponenten meines Kombikochers - die zum Testen zusätzliche, nicht zum Kombikocher gehörende, Außenhülle des Bushbuddys (links oben), der Topfständer für den Holzgaskocher (rechts daneben), der zusammengebaute Einsatz für den Bushbuddy (Mitte), der Hobokocher, der in der Kombi-Version auch als Außenhülle für den Bushbuddy dient (rechts oben), der Topfständer für den Hobokocher (rechts darunter), der Feuerrost aus Streckmetall, (links daneben), der Haltebügel für den Feuerrost (links, halb auf dem Feuerrost), das Hitzeblech als Bodenschutz, das für beide Kocher Verwendung findet (links unten).

 

 

Bild 05: Der Hobokocher (95 g) mit seinen Teilen - der Topfständer für den Hobokocher, durch ihn wird auch das Brennholz nachgeschürt, 15 g mit einer Höhe von 35 mm aus Kleiderbügeldraht mit einem Durchmesser von 2,2 mm (rechts oben), das Hitzeblech aus einer Instantkaffee-Dose gefertigt, 11 g, Durchmesser: 98 mm mit 4 Füßen, Fußbreite: ca. 20 mm, Fußhöhe: ca. 15 mm, liegt am Boden des Kochers auf (links unten), der Haltebügel für den Feuerrost, 8 g, aus Kleiderbügeldraht (Mitte, halb auf dem Feuerrost), der Feuerrost aus Streckmetall, 18 g mit ca. 97 mm Durchmesser (rechts unten)

 

 

Bild 06: Die Anordnung der Löcher des Hobokochers - 16 geriebene Löcher für die Verbrennungsluft mit einem Durchmesser von ca. 12,5 mm in einem Abstand von 32,5 mm vom Boden (Lochmitte), 16 Löcher für die Hinterlüftung des Hitzeblechs mit einem Durchmesser von 5 mm in einem Abstand von 11 mm vom Boden (Lochmitte), 4 Löcher für die Halterung des Feuerrostes mit einem Durchmesser von 3 mm in einem Abstand von 50 mm vom Boden (Lochmitte). Die Weite für beide Lochreihen beträgt von Lochmitte zu Lochmitte 20 mm.

 

 

Bild 07: Blick in den Hobokocher mit dem eingelegten Hitzeblech, das über dem unteren Lochkranz liegt. Mit dieser Maßnahme schaffe ich es, dass der empfindliche Boden von „Mutter Natur“ unter dem Kocher nur mehr handwarm wird.

 

 

Bild 08: Blick auf den Feuerrost mit dessen Haltebügel - Zunächst habe ich nur zwei Drähte durch die Löcher gesteckt und das Streckmetall aufgelegt. Nachdem ich einmal einen hinuntergefallenen Draht auf dem Waldboden verzweifelt gesucht habe, bin ich auf einen Drahtbogen in U-Form übergegangen, der, wegen seiner Größe und Form, einem nicht so leicht abhanden kommen kann.

 

 

Bild 09: Der zusammengesetzte Hobokocher mit Topfständer - Beim Gesamtgewicht steht der Zeiger der Waage auf 147 g und das Lineal misst eine maximale Höhe von 210 mm. Holz wird durch den Topfständer nachgelegt. Die lichte Höhe von rund 30 mm reicht dazu völlig aus. 

 

 

Bild 10: Hobokocher mit Erstbeschickung von Feuerholz und aufgesetztem Testtopf. Als Anzündhilfe für meine Tests verwende ich ein mit Spiritus angefeuchtetes, zerrissenes und etwas geknülltes Küchentuch, das ich vor dem Einfüllen des Feuerholzes auf den Feuerrost gelegt habe. Angefeuert habe ich das Papier mit einem Streichholz durch eines der Zuluftlöcher. „Outdoor“ und auf Reisen besteht die Anzündhilfe natürlich nur aus Zunder! (Smiley: „Zwinkern“)

 

 

Bild 11: Der Hobokocher in voller Aktion mit zweiseitigem Windschutz durch einen Holzstoß und leichter Luftbewegung. Ein halber Liter Wasser (Außentemperatur 11 Grad, Wassertemperatur 6 Grad) kocht sprudelnd in 9 Minuten bei einem Holzverbrauch von 125 Gramm.

 

 

Bild 12: Die Einzelteile des Holzgaskochers - die spezielle Außenhülle für den Bushbuddy, 95 g (100 mm Durchmesser, 175 mm hoch, 8 Löcher für die Zuluft mit einem Durchmesser von 10 mm in einem Abstand von 32,5 mm vom Boden (Lochmitte) und einer Weite von Lochmitte zu Lochmitte von 40 mm, der Topfständer, 9 g mit einer Höhe von 17 mm aus Kleiderbügeldraht mit einem Durchmesser von 2,2 mm, der Holzgaseinsatz, 105 g und das Hitzeblech aus einer Instantkaffee-Dose, 11 g, Durchmesser: 98 mm mit 4 Füßen, Fußbreite: ca. 20 mm, Fußhöhe: ca. 15 mm, liegt am Boden des Kochers auf (Hitzeblech wie in Bild 05). Das Gesamtgewicht des Holzgaskochers beläuft sich auf 220 g, Gesamthöhe, einschließlich Topfständer, beträgt 235 mm.

 

 

Bild 13: Der zusammengesetzte Bushbuddy mit der Außenhülle des Hobokochers, als Kombikocher. Diese Konfiguration würde ich als Kocher-Kombination bezeichnen, weil die spezielle Außenhülle des „Holzgasers“ nicht benötigt wird. Insgesamt wiegt der Kombikocher mit dem gesamten Zubehör 261 g. Allerdings kann man dann nicht auf zwei Kochern gleichzeitig sein Gourmet-Menü zubereiten. Durch die Verwendung des Hobokochers als Außenhülle fällt die Effizienz als Bushbuddy etwas zurück, was sich aber nur im Holzverbrauch auswirkt, nicht in der Kochzeit (siehe dazu auch die Beschreibung bei Bild 18).

 

 

Bild 14: Der Holzgas-Einsatz - Die Feueröffnung der oberen Dose (im Bild leider nicht zu sehen) ist 40 mm breit und 32 mm hoch. Wegen der Stabilität habe ich sie oben nicht durchgeschnitten. Der Lochkranz besteht aus 7 Bohrungen mit einen Durchmesser von 10 mm in einem Abstand von 15 mm vom Boden (Lochmitte). Die Löcher stehen 40 mm auseinander (jeweils von Lochmitte zu Lochmitte).

 

 

Bild 15: Blick in das Innere des Holzgas-Einsatzes - Die Öffnung der oberen Dose für den Feuerraum misst ca. 63 mm (die der Instantkaffee-Dose 68 mm). In der Seitenwand befinden sich unten 9 Löcher mit einem Durchmesser von 10 mm in einem Abstand von 17,5 mm vom Boden (Lochmitte) und einem Lochabstand von 30 mm (jeweils von Lochmitte zu Lochmitte). Im Boden sind zwei Lochkränze mit ebenso 9 Löchern (10 mm und 6 mm Durchmesser) gleichmäßig verteilt und einem mittigen Loch mit einer 10-mm-Bohrung.

 

 

Bild 16: Detailansicht der Verschraubung der beiden Dosen - Aus Bequemlichkeit habe ich als Distanzringe einfach eine Mutter und zusätzlich noch zwei Beilagscheiben eingesetzt. Durch Weglassen der Scheiben kann man den Spalt für die Sekundärluft noch verringern.

 

 

Bild 17: Der Bushbuddy mit Brennholz gefüllt - Als Anzündhilfe habe ich zusammengeknüllte Papierbällchen verwendet, die ich von einem mit Spiritus angefeuchtetem Küchentuch gerissen, und oben auf das Holz gelegt und dort angezündet habe. Alternativ können auch Wachspads, Kaminanzünder und all die schon so oft besprochenen alten und modernen Anzündhilfen verwendet werden. Unterwegs benutze ich in der Regel Birkenrinde und wenn nicht vorhanden, geeigneten Zunder, den ich auf dem letzten Stück des Wegs zu einem Lagerplatz finde und mit dem Brennholz einsammle.

 

 

Bild 18: Der Holzgaskocher bei der Arbeit mit zweiseitigem Windschutz durch einen Holzstoß und leichter Luftbewegung. Man kann die Verbrennung des Holzgases direkt an der Spaltöffnung sehr gut erkennen. Ein halber Liter Wasser (Außentemperatur 11 Grad, Wassertemperatur 6 Grad) kocht sprudelnd in 7 Minuten bei einem Holzverbrauch von 90 Gramm. Bei der Verwendung der reinen Bushbuddy-Außenhülle hat sich die selbe Kochzeit (7 Minuten für einen halben Liter Wasser) eingestellt. Nur der Holzverbrauch ist auf 70 Gramm zurückgegangen. Wenn man genügend Brennholz beim geplanten Outdooraufenthalt findet, kann man auf die spezielle Bushbuddy-Außenhülle getrost verzichten und nur die Holzkocher-Kombination verwenden.

 

 

Bild 19: Die angegebenen Zeiten und den Holzverbrauch habe ich bestimmt, als des Wasser so sprudelnd gekocht hat, wie hier im Bild gezeigt. Zu beachten wäre, dass sich bei starkem Luftzug, trotz zweier windgeschützter Seiten die Kochzeit sich erheblich verlängern kann. An einem Tag, als der Wind direkt in den Windschutz geblasen hat, hat sich die Kochzeit auf das Dreifache verlängert. In brennstoffarmen Gegenden halte ich eine geeignete Standortwahl für einen Holzkocher als zwingend erforderlich. Gegebenenfalls sind zusätzliche Windschutzmaßnahmen von Nöten.

 

 

Bild 20: Alle Kochversuche mit diesem Kombi auf der Grundlage des Hobokochers mit Hitzeblech haben keine nennenswerte Wärme auf den Boden abgestrahlt, was eindeutig an dem unversehrten Küchentuch zu erkennen ist, auf dem während des gesamten Kochvorgangs der Kocher gestanden hat. Unter dem Kocher ist der Untergrund lediglich handwarm geworden. Das ist ein erneuter Beweis, dass LNT (LNT = Leave No Traces = Hinterlasse keine Spuren) auch mit einem Holzfeuer funktioniert, der Naturschutz strikt eingehalten und die Brandgefahr vermieden werden kann.

 

Fazit

 

Mit diesem Projekt habe ich aufzeigen wollen, dass ein Ende in der Entwicklung von Holzkochern noch lange nicht erreicht ist und immer wieder neue Ideen, Konstruktionen und Erkenntnisse erarbeitet werden. Mit den einzelnen Variationen von Größe, Lochdurchmessern, Abständen usw. kann man noch weiter experimentieren, um zu einem besseren, persönlicheren Ergebnis zu gelangen. Bei entsprechendem „Gehirnschmalz“ können daraus noch weitere optimierte Kreationen entstehen, die jeder Einzelne von uns für sich individuell anpassen kann.

 

Das Gewicht meines Kombikochers mit 261 g liegt in der Größenordnung der üblichen Bushbuddys, hat aber zudem den großen Vorteil, noch zusätzlich als reiner Hobokocher zu fungieren. Vergleiche ich meine reine Bushbuddy-Ausführung mit nur 220 g mit den artverwandten Kochern aus industrieller Fertigung, liege ich zwischen dem Gewicht der ultraleichten Holzvergasern aus Titan (Der wesentlich kleinere BushBuddy Ultra von Fritz Handel aus Kanada soll angeblich nur 134 g wiegen, der größere, mit meinem Kocher besser vergleichbare Alb-Forming Bush Buddy Ti hingegen 226 g.) und den schwereren Ausführungen aus Edelstahl (Der Lizenzbau Fritz Handels Titan-Bushbuddy aus Edelstahl, der Nomadic Trekker Ultra 004, wiegt laut Prospekt scheinbar nur 142 g, der Solo Stove ist mit 235 g angegeben, seine Klone mit 245 g aufwärts und der größere, mit meinem Kocher vergleichbare Alb-Forming Bush Buddy ST bringt sogar 450 g auf die Waage). Dafür kostet mir mein Kocher weniger als ein Zehntel eines Titanbrenners und habe obendrein noch für einige Tage Nahrung zur Verfügung. (Smiley: „Lächeln“)

 

Mein Kocherkombi erfüllt auch alle Forderungen meiner für mich gültigen Prioritätenliste, wenn ich davon ausgehe, ihn nur auf Touren mit dem Seekajak zu verwenden (Volumenproblem, weil nicht klappbar). Wem meine Prioritätenliste interessiert, findet sie im Beitrag BK-14 - „Holzkocher - Teil 1 - Einführung“, klicke: “hier“.

Ein Forumsmitglied der Outdoorseiten war sich über einige Details in meinem oben stehenden Beitrag nicht im Klaren. Ich möchte seinen Kommentar hier wörtlich wiedergeben, damit seine Meinung deutlich und unverfälscht hier aufgezeichnet wird:

 

Zitatbeginn - Danke ... Deine Beiträge sind echt vorbildlich. Gute Konstruktionen, gründliche Tests, tolle Fotos und informative Texte!

 

Dein Küchentuch-Test sollte sich als Standard-LNT-Test durchsetzen!

 

Besonders interessant finde ich den Vergleich zwischen "Holzvergaser" = Doppelwand-Hobo und einwandigem Hobo. Den Vergleich, den Du in der Bildunterschrift zu Bild 18 beschreibst, verstehe ich allerdings nicht ganz. Was hast Du da mit dem kompletten Holzvergaser verglichen? Den Holzvergaser ohne Innendose oder ohne Außendose?

 

Es wäre nett, wenn du das Ergebnis Deines Vergleichs zwischen Einwand-und Doppelwand-Hobo noch in einem Satz zusammenfassen könntest, damit man Dich besser zitieren kann. Gibt es einen relevanten Unterschied in Leistung, Verbrauch, Asche oder Rauch? Welcher Hobo ist besser? - Zitatende

 

Ihm antwortete ich, wie nachstehend aufgezeichnet:

 

... ich muss mich entschuldigen, weil ich in der Erklärung zu Bild 18 nicht exakt formuliert habe. Ich will versuchen, es hier zu erklären:

 

Im Prinzip handelt es sich in dem Artikel um drei Holzkocher: den klassischen Hobo mit nur einer Wand - einen reinen Bushbuddy mit einer speziell für die Holzvergasung abgestimmten Außenschale, in die der Vergaser-Einsatz zum leichten Reinigen nur eingesteckt ist - und die Kombination aus beiden Kochern mit dem Hobo außen und dem Holzgaseinsatz innen.

 

Wie ich eingangs im Artikel erwähnt habe, ist meine Intuition gewesen, zwei optimierte Versionen eines Hobo-Ofens und eines Holzgas-Kochers zu gestalten. Dabei bin ich nach der Fertigstellung der beiden Brennstellen auf die Idee gekommen, wegen der identischen Grundkörper, aka lange Konservendosen mit 175 mm Länge und 100 mm Durchmesser, diese beiden getrennten Projekte zusammenzuführen und aus beiden unterschiedlichen Heizgeräten zusätzlich einen Kombikocher zu basteln. Das ist sehr schnell realisiert gewesen, weil ich vom Hobo-Ofen nur den Feuerrost nachträglich herausnehmbar gestalten habe müssen (Feuerrost nicht fest montiert, sondern mit steckbarem Haltebügel nur lose aufgelegt).

 

Ich habe das in den Bildern 03, 04, 12 und 13 und den zugehörigen Kommentaren versucht, zu verdeutlichen. Leider ist mir das misslungen. Hoffentlich kannst Du mit diesen Erklärungen jetzt meine Gedankengänge nachvollziehen.

 

Im Text zu Bild 18 habe ich ausschließlich die beiden Holzgas-Versionen verglichen. Dabei habe ich festgestellt, dass die Kochzeiten gleichgeblieben sind und sich nur der Holzverbrauch zugunsten des reinen Bushbuddys mit 70 g gegenüber 90 g beim Kombikocher (als Bushbuddy) verschoben hat.

 

Der klassische Hobo-Ofen schneidet gegenüber den beiden Bushbuddy-Varianten sowohl in der Kochzeit als auch im Holzverbrauch etwas schlechter ab - 9 Minuten gegenüber 7 Minuten und 125 g gegenüber 90 g und 70 g Holz. Allerdings muss ich die Werte noch mit ein paar Testreihen überprüfen. Unterschiede bei Asche und Rauch habe ich nicht feststellen können, weil diese Faktoren weitgehendst abhängig sind, von der Art und dem Feuchtigkeitsgehalt des Brennmaterials und wie der „Heizer“ den Kocher bedient.

 

Dafür liegt der Hobo aber beim Transportgewicht mit 147 g gegenüber 220 g beim reinen Bushbuddy und 261 g bei meinem Kombikocher weit vorn.

 

Wenn ich mich für eine der drei Kocherarten entscheiden müsste, würde ich ganz klar zum klassischen Hobo-Ofen tendieren! Er ist simpler aufgebaut, einfacher zu handhaben, wesentlich leichter und das Volumen geringer. Ich persönlich sehe in einem modernen Bushbuddy eigentlich nur eine Spielerei für Technik-Enthusiasten, die alles optimieren wollen, aber nicht einen Kocher, bei dem das Gesamtkonzept für den harten Outdoor-Einsatz stimmt. Das ist aber Ansichtssache und jeder muss selber entscheiden, mit welchem System er zurechtkommen und arbeiten möchte.

...

 

PS: Wenn ich allerdings ganz ehrlich bin, sind meine Favoriten als Outdoor-Kocher immer noch die „Edelstahl-Feuer-Besteck-Körbe“ vom Ramschladen, die mit den kleinen Löchern im Boden - aus Kleiderbügeldraht oder, sofern man hat, Fahrradspeichen drei steck-/klappbare Füße und einen steck-/klappbaren Topfständer gebogen - fertig. Diese Art von Kochern sind äußerst preisgünstig, nahezu unverwüstlich, stabil und für mich als wichtigste Argumente: umwelt- und naturfreundlich, weitgehend brandsicher und Spuren hinterlassen sie auch nicht ... die haben auch den „Küchentuch-Test“ bestanden! (Smiley: „Zwinkern“)

 

 

 

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