BP-07 - Diskussion über Einbau einer Fußlenzpumpe in den „Kodiak“

 

verfasst 2012 - geändert am 06.03.2012

  

Ein Forumsmitglied der Outdoorseiten beabsichtigte, in eigener Regie in ähnlicher Weise die selbe Fußlenzpumpe in den gleichen Kajak einzubauen, wie es bei mir der Fall war. Daraus entwickelte sich eine sehr angeregte Diskussion, in der ich sehr viele Informationen und Ratschläge zum Einbau beisteuern konnte.

 

Die relevanten Passagen über den Einbau einer Fußlenzpumpe möchte ich hier wiedergeben.

 Forumsmitglied

 

... Im Gegensatz zu der Betätigung bei Deiner Pumpe mit dem Vorderfuss/Zehenballen kommt die Kraft aus dem Oberschenkelmuskel und nicht wie bei dir aus dem Schienbeinmuskel. Wenn du dich auf den Boden setzt und die Stellung im Kajak simulierst (Knie allerdings zusammen) und mit beiden Fersen den Druck auf das Pumpenbrett imitierst (Brettchen müsste allerdings breiter als bei Dir sein, so dass es gerade noch zwischen die Pedale passt), erkennst Du, wie die Kraft aus den Oberschenkel kommt.

 

Es müsste die Einbaulage der Pumpe allerdings so weit nach unten gesetzt werden, dass das Brettchen genau horizontal fersenmittig liegt und somit der Druck von der Ferse kommt (nicht aus den Zehenballen). Denke das damit das Pumpen dann wesentlich effektiver ist. Das Steuer würde ich beim Pumpen einholen, weil der Kodiak sehr gut geradeaus läuft und ich ja dann beide Hände frei habe zum Paddeln.

 

Meine Antwort darauf

 

Es ist völlig richtig, was Du in Bezug der Förderleistung einzelner Pumpen anführst. Die rechnerische Membran-Pumpenleistung in „Liter pro Hub“ dürfte bei den meisten Pumpen sehr ähnlich liegen, weisen sie doch alle das selbe Bauprinzip auf. Die „Literleistung pro Minute“ ist allerdings ausschließlich von der Konstitution und Kondition des Bedieners abhängig, was einen Vergleich der Pumpen erschwert. Diese Verschleierung ist natürlich von der Werbung beabsichtigt!

 

Die Kraft für die Betätigung meiner „Steuerpedal-Lenzpumpe“ kommt tatsächlich mehr aus der Kippbewegung der Füße, also aus der Schienbein-Waden-Muskulatur. Das hast Du richtig erkannt! Die Kraft reicht aber völlig aus, eine Pumpe zu bedienen (Die starken Wadenmuskel übertragen ja auch die Kraft auf die Sprunggelenke.), weil ich ja beide Beine zum Pumpen benutze und nicht wie bei einer Fußpumpe gegen die Rückstellfederkraft arbeiten muss. Wenn ich meinen Fußballen am Pedal nach oben zur Steuerseilbefestigung verschiebe, kommt auch die Oberschenkelmuskulatur zum Einsatz. In diesem Fall aber nur bis zu einem bestimmten Anteil (siehe unten).

 

Zum Einbau der „Henderson Chimp“:

 

Wie Du schreibst, kommt die größte Kraft aus der Oberschenkelmuskulatur und nicht aus der Gelenkmuskulatur des Fußes, die am Schienbein ansetzt. Der Oberschenkelmuskel wird bei meiner „Henderson Chimp“ auch bei mir voll eingesetzt. Den Fußballen stelle ich eigentlich nur in eine Richtung mit dem Fuß, quasi als Verlängerung des Schien- und Wadenbeins und fixiere ihn „muskulär“ in dieser Haltung. So kann die Kraft vom Oberschenkel über den Fußballen direkt auf die Pumpe wirken. Stell Dir einen Fußstoß beim deutschen Ju Jutsu vor: Hier wird ausschließlich mit dem Fußballen (bei aufgestellten/angezogenen Zehen) „gestoßen“. Der gestreckte Fuß wird wie die Fortsetzung des Unterschenkels in eine gerade Linie gebracht (gestreckter Spann), damit er beim Stoß nicht abknicken kann und mit den Gelenkmuskeln „arretiert“. Die Wucht des Stoßes wird aber vom Oberschenkel, mitunter sogar durch das Eindrehen des Oberkörpers verstärkt, direkt auf die wenigen Quadratzentimeter des Fußballen übertragen und entfaltet dann dort seine ganze Wirkung.

 

Dass ich mit dem Fußballen pumpen muss, kommt daher, weil ich die Lenzpumpe am äußersten Ende der Fußsteuerschienen montiert habe, damit ich den maximalen Platz vor mir in der Sitzluke bekomme und ich auf Langfahrten auch einmal die Beine ausstrecken kann. (Ironie an) Außerdem war ich beim Kauf meines Kodiaks 1,74 m groß. Heute sind es nur mehr 1,72 m. Zum Glück sind die Beine einigermaßen gleich lang geblieben und nur die Bandscheiben etwas geschrumpft. Ich habe schon befürchtet, ich müsse meine Lenzpumpe die 2 cm nach vorne verlegen, was nach 10 Jahren sicherlich zu Problemen führen würde, weil die Messingschrauben schon so korridiert sind, dass ich sie vermutlich abreißen werde, wenn ich sie lösen möchte. (Ironie aus)

 

Die Original-Druckplatte der „Henderson Chimp“ ist doppelt so lang wie meine. Ich habe sie aus folgenden Gründen absichtlich verkleinert:

 

1 - Bei dem langen Brettchen zwickte ich mir immer meinen Fuß zwischen dem Brettchen und der Steuerpedalbefestigung ein. Das hatte mich sehr gestört und manchmal auch sehr weh getan.

 

2 - Ich pumpe grundsätzlich nur mit einem Fuß. Dadurch kann ich bei Ermüdung von einem Bein auf das andere wechseln. Die Kraft, um die Pumpe zu bedienen (Man muss ja auch gegen die Rückstellfeder, die das Füllen der Pumpe mit Wasser bewirkt, arbeiten.), reicht mit einem Fuß völlig aus. Siehe oben: Kraft aus dem Oberschenkel!

 

3 - Mit dem anderen Fuß, der sich praktisch in der „Regenerierungsphase“ befindet, kann ich mich gegen das Steuerpedal und die Schenkelstütze stemmen, um einen besseren Halt im Kajak zu finden, damit ich mit dem Paddel das Boot gegen die Wellen besser stabilisieren kann, während der aktive Fuß pumpt.

 

4 - Ein weiterer wichtiger Punkt für die Verkleinerung der Druckplatte war die Treffsicherheit des Fußes genau auf die Mitte der Pumpe. Wenn ich nur mit einem Fuß pumpe, muss ich meinen Fuß genau in der Mitte der Membranpumpe ansetzen, sonst knickt die Pumpe auf einer Seite ein und der Pumpvorgang wird nicht optimal ausgeführt. Es kann sogar sein, dass ich dann von der Druckplatte abrutsche. Außerdem wird die Membrane einseitig belastet, was zu einem schnelleren Verschleiß führen kann. Wenn die Druckplatte sehr klein ist, muss ich sie mit dem Fuß nur treffen und kann sofort mit voller Leistung pumpen. Mit ein bisschen Übung ist das kein große Problem! Bei einer breiten Platte muss ich erst die Mitte ertasten, bis ich effektiv pumpen kann.

 

Die Einbauhöhe der Pumpe ist von der Höhe der Steuerleiste abhängig. Wie die Bilder im „Einbau-Beitrag“ KE-10 zeigen, habe ich sie sowieso schon unter die Steuerleiste geklemmt. Ursprünglich wollte ich ohne zusätzlichen Ansaugschlauch auskommen, aber der Aufwand für den Einbau wäre zu aufwändig geworden. Deshalb verwarf ich diese Option. Während meiner Fahrten stellte ich außerdem fest, dass sich der gerade Kajakboden beim Wellengang bewegt oder durch das eigene Gewicht des vollgepackten Kajaks nach oben gewölbt wird. Das heißt, Beim Pumpen kann sich der Ansaugstutzen festsaugen oder der Boden auf die Ansaugöffnung drücken und kein Wasser mehr fördern. Bei einem kurzen flexiblen Schlauch kann man einen marktüblichen „Abstandhalter“ einbauen, der immer einen Wassereinlass gewährleistet. Ich habe das mit einem zugeschnittenen halben „Klupperl“ (Wäscheklammer) gelöst, die durch ihre Form so schön in den Rand des Ansaugstutzens einrastet und ihn dabei offen hält.

 

„Schruppe“ ich über einen Felsen, was ja ausschließlich nur mir passiert, kann der Boden bei einem flexiblen Ansaugstutzen nachgeben. Würde die Pumpe bis fast zum Boden reichen, wäre der Kajakboden an dieser Stelle blockiert. Na ja, der Felsen unter Wasser würde dann sein Bestes geben, um den Bootsboden im Bereich der Pumpe aufzureißen.

 

Hoffentlich kannst Du mit meinen Ausführungen etwas anfangen. Es ist natürlich nur meine subjektive Sicht der Dinge. Wenn Du grundsätzlich mit beiden Füßen pumpen willst, ist eine breite Druckplatte selbstverständlich das Maß aller Dinge.

 Forumsmitglied

 

Danke erst einmal für deine Ausführungen, nun kann ich mir vorstellen, wie es bei Dir mit dem Pumpen läuft. So wie Du die Pumpe eingebaut hast und mit einem Fuß pumpst, wird anscheinend die Kraft nicht ausschließlich aus der „Wippbewegung“ der Füße übertragen. Auch ich strecke jetzt (ohne Pumpe) bei „Langfahrten“ über mehrere Stunden gern die Beine zum Dehnen zwischen die Pedale durch. Durch den Einbau der Pumpe wird dieser Komfort voraussichtlich wegfallen. Der Grund dafür ist meine Körperlänge von 1,93 m und Schuhgr. 46. Ich bin mit den Pedalen im Kodiak im vorletzten (oder drittletzten?) Loch der Schiene, habe gerade noch genug Platz für die Klemmen, um das Holz für die Pumpe zu befestigen. Ich werde also cirka mit dem Pumpenbrettchen auf das gleiche Niveau der Steuerpedalen kommen, daher wenig Beinfreiheit der Länge nach. Auch bin ich auf Grund der Schuhgr. 46 ganz am oberen Rand des Decks. Wenn ich mit den Zehenballen/Füssen die Pumpbewegung machen würde, müsste die Pumpe recht hoch rauf, was wieder mit dem Neoprensäckchen der Tagesluke kollidiert (habe schon die neuere Version des Kodiaks). Auf Grund dieser Gegebenheiten werde ich den Einbau so gestalten, dass ich mit beiden Fersen pumpen kann.

 

Also werde ich das Holzbrettchen für die Pumpenbefestigung so zurechtsägen, dass die Pumpe mit dem Gehäuse ganz unten am Boden aufliegt (habe einen Hartholzbohlenrest aus trop. Hartholz). In diesem Fall kommen die Ansaug-/Ablaufstutzen seitlich zu liegen (hoffentlich ist genug Platz?) und es kommen dann jeweils ein Schlauch nach unten zum Boden und einer rauf an Deck. Die Klemmschellen werde ich aus Niro-Edelstahl anfertigen und auch Niro-Schrauben mit selbstsichernden Muttern verwenden (mein Sohn ist Schlosser und wir haben zu Hause eine kleine private Werkstätte). Wegen den Grundberührungen im Pumpenbereich habe ich keine Bedenken, das hält der Kodiak aus (ist auch bei den Schottwänden ähnlich) ...

 

PS: Ein Wehmutstropfen ist aber, dass ich dann meine Füße nicht mehr durchstrecken kann.

 

Meine Antwort

 

Du wirst sicherlich größere Schwierigkeiten haben, die Lenzpumpe bei Deiner Statur in die für Dich idealen Position einzubauen.

 

Da hatte ich es leichter: Wenn ich mit aufrechter Haltung im Kajak sitze, muss ich schon die Zehen ausstrecken, um die Pumpe mit den Fußballen bis zum Anschlag durchzudrücken. Das war aber von mir beabsichtigt, um etwas mehr Beinfreiheit zu erhalten. Außerdem bin ich es gewohnt, mit den Fußballen zu arbeiten (siehe meine Erklärung im letzten Post über den Fußstoß beim Ju Jutsu).

 

Wäre es für Dich nicht günstiger, die Pumpe bis zur Schottwand vorzuverlegen? Allerdings ist dann der Einbau wesentlich aufwändiger, weil Du die Pumpe in alle drei Dimensionen fixieren musst. Die Schottwand besteht aus Schaumstoff; sie dürfte die Belastung beim Pumpen nicht aushalten!

 

Es gäbe eine Alternative: Verlege die Steuerschienen einfach nach vorne. Wenn bei Dir sowieso schon die Pedale im drittletzten Loch einrasten, hättest Du dann noch einigen Spielraum zum Verstellen. Dann könntest Du die Pumpe nach meiner einfachen Methode montieren. Es sind nur 3 ordinäre Kreuzschrauben pro Schiene. Ich habe sie nicht vermessen: Vielleicht passen sogar die Lochabstände der beiden vorderen Löcher auf die hinteren. Dann müsstest Du nur hinten jeweils ein Loch auf jeder Seite abdichten!

 

Eine Nirosta-Schraube mit flachem Kopf, Dichtungsscheibe (Ich verwende in der Regel dafür einen alten Fahrradschlauch.), verschrauben, fertig. Wenn Du zu den Perfektionisten gehörst, gib dieser Schraube eine Funktion, indem Du innen eine Öse anbringst, um etwas zu befestigen. Ich habe an dieser Stelle mein Reservepaddel, das ich daran festmachen könnte.

 

Besprich' Dich mal mit Deinem Sohn. Vielleicht hat er noch eine einfachere Lösung parat. Ansonsten viel Glück, bei Deinem Einbau der Lenzpumpe. Informier' mich bitte über das Ergebnis, es würde mich sehr interessieren.  

Forumsmitglied

 

Ein weiterer Aspekt, um die Pumpenleistung „indirekt“ zu erhöhen wäre, das Volumen des Sitzlukenraumes durch Auffüllen der Leerräume zu verringern (möglichst am Boden) und somit weniger Wasser auspumpen zu müssen. Teilweise mache ich das schon, indem ich den Platz beim Kodiak hinter der Sitzluke mit Sachen auffüllen, die ich nicht so oft brauche, z. B. Räder vom Bootswagen, wasserdichter Sack/Behälter für Vorräte, Wassersack, Reserve-Badeschlapfen, etc. Diese Teile sollten natürlich so angeordnet sein, dass sie möglichst am Boden bleiben und nicht aufschwimmen können (die Bootswagenräder sind stehend verstaut und klemmen daher).

 

Weiters trage ich mich mit der Idee, nach Einbau der Fußlenzpumpe, den Platz dahinter mit einer Styrodurplatte auszukleiden, sofern der Platz dadurch nur mehr schwer zugänglich wäre.

 

Wäre interessant, mit Verdrängungsversuchen auszulitern, was man sich damit beim Pumpen erspart (vielleicht habe ich im Sommer mal Zeit) ...

 

PS: Ganz vergessen, die Henderson-Pumpe verdrängt ja auch, also Einbau bei mir möglichst weit unten.

 

Meine Antwort

 

Dein Vorschlag, das Volumen der Sitzluke zu verringern, ist ausgezeichnet. So wie Du es beschrieben hast, könnten so locker 50% Volumenverringerung herausgeholt werden, natürlich wenn man den Paddler selbst in die Sitzluke mit einbezieht.

 

In meinem Kodiak verfahre ich folgendermaßen:

 

Einen Teil der leere Wasserflaschen stecke ich zu der Lenzpumpe. Sie dienen gleichzeitig als Auftriebskörper und Volumenverkleinerung. Der Rest wird zusammengetreten, damit die Luft entweichen kann, zugeschraubt und in den vorderen Stauraum bis zur Entsorgung verbracht.

 

Alles, was sich in der Sitzluke befindet wie Paddel, Wasserflaschen, Schwimmweste, sofern die Wetterbedingungen dies zulassen (Auf unserer Seekajaktour 2011 haben wir sie kein einziges Mal benötigt.), Paddelanorak, wasserdichter Beutel für den Tagesbedarf, Badeschlappen usw. verdrängt bei einer Kenteruung Wasser und man muss nicht mehr so viel herauspumpen. Voraussetzung ist allerdings, dass alle diese Gegenstände bei einer Kenterung gegen Herausfallen gesichert sind! Den Kleinkram verstaut man am besten in einem Einkaufsnetz aus Plastik und bindet es in der Luke am Kajak fest. Zuviel sollte man aber auch nicht in der Sitzluke aufbewahren, denn man will sich ja noch rühren können, bei Langfahrten äußerst wichtig. Siehe dazu auch meinen Beitrag KP-07 - Stauplan für eine Mittelmeer-Lang-Tour.

 

Statt dem Auskleiden des Platzes hinter der Fußlenzpumpe mit Styrodurplatten, wäre zu überlegen, die Schottwand bis zur Fußlenzpumpe zu verlegen. Dadurch würde sich das Volumen der Sitzluke verringern und das des vorderen Stauraums vergrößern. Da müsstest Du Dich einmal mit Deinem Kajakhändler in Verbindung setzen, ob das machbar wäre. Eine Versetzung der Schottwand ist bestimmt schon verlangt worden. Wenn ich mir einen neuen Seekajak kaufen würde, ließe ich die Anpassung der Schottwand, wenn nötig auch die der Steuerleisten für die Pedale gleich im Werk Rosenheim durchführen.

 

Ich könnte mir vorstellen, die Schottwand vorsichtig mit einem scharfen Filetiermesser herauszuschneiden und dann zu versetzen. Prijon bietet in seinem Katalog dafür einen speziellen Kleber für die Schaumabschottungen unter dem Namen „Goop“ an. Allerdings habe ich das noch nie gemacht und ich bin mir auch nicht sicher, ob die zugeschnittene Schaumabschottung dann noch passt, weil zu einem durch das Abschneiden sich der Umfang verringert und zum andren durch die Verschiebung der Querschnitt des Kajaks sich vergrößert. Alternativ wäre ein neues angepasstes Schott empfehlenswert. So teuer könnte das als Ersatz ja nicht sein und Du müsstest beim Ausbauen nicht so aufpassen ...  

Forumsmitglied

 

Freut mich, dass die Idee mit der Verringerung des Volumens der Sitzluke bei Dir gut angekommen ist. Natürlich wäre Dein Vorschlag, das vordere Schott zu versetzen, optimal, werde diese Idee weiterverfolgen. Ich treffe „Ende April“ einen Paddler auf der Donau (Wachau-Fahrt), der gute Kontakte zu Prijon hat. Den werde ich mal diesbezüglich befragen, ob sich so was bei Prijon auftreiben lässt und wie hoch der Aufwand dazu ist. Könnte mir aber vorstellen, dass Prijon so eine Art „Schaumstoff-Rohlinge“ hat. Vielleicht gibt es auch evtl. eine Art „Schablone“ von den Schotts (könnte man ja auf Karton abzeichnen), dies dann vergrößern ca. 1 - 2 cm, je nachdem, wie weit das Schott zurück soll. Danach müsste es man aber von der Luke aus reinkleben, damit man es gegen den „Konus“ der Bootsform, nach vorne an den Kleber andrücken kann.

 

...

 

Habe mir gestern den Kodiak vom Trockendock runtergeholt, schaut so aus:

 

Ich habe nur mehr 1 Loch an der Steuerschiene vorn für die Klammern des Halters der Fußlenzpumpe frei, wird knapp. Werde einmal versuchen, dort eine „Versuchsklemme“ aus Metallresten anzubringen und schauen, ob's hält. Wenn nicht, müsste ich die Schienen nach vorn setzen, wie du schon einmal vorgeschlagen hast.

 

Mit dem Versetzen des Schotts wird's dadurch nichts. Auch müsste man das Schott recht weit nach hinten setzen, weil gleich nach dem Ende der Steuerschienen oberhalb eine „Vertiefung“ von den außen liegenden Rundumleinen-Beschlägen ist. Somit wäre eine Versetzung des Schotts evtl. nur für „durchschnittlich“ gewachsene Paddler möglich. Wie schon erwähnt, werde ich dir dann eine Post über den Einbau zukommen lassen ...

 

Meine Antwort

 

Die Maße unserer Staturen können nicht unterschiedlicher sein! Dabei sind in meinem Fall im Kodiak vom Steuerpedal bis zum Ende der Fußleiste noch 4 Löcher frei. Das Fußsteuer müsste dann im sechsten Loch vom Ende der Befestigungsleiste eingerastet sein. Ein Loch, das fünfte, wird vom Fußsteuer halb verdeckt. Hab' extra noch einmal nachgesehen, konnte es aber nicht deutlich ermitteln, weil der Kajak in der Garage an der Decke hängt und der Blickwinkel und die Lichtverhältnisse auch mit Taschenlampe äußerst ungünstig gewesen sind.

 

Die Querstange der Lenzpumpe ist am äußersten Ende der Fußleiste montiert, über dem letzten Loch. Bis zum Beginn des Fußsteuers sind drei ganze Bohrungen zu sehen. Die Druckplatte der Pumpe liegt dabei rund 4 cm hinter dem Fußsteuer. Soweit die Daten, die aus den Photos nicht zu erkennen sind.

 

Ich betätige die Pumpe mit dem Fußballen, daher die Versetzung der Pumpe um 4 cm nach hinten. Wenn Du mit den Fersen arbeiten willst, müsste sich nach meinem Verständnis die Duckplatte der Pumpe etwa auf der selben Höhe wie das Fußsteuer befinden. Korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege. Das heißt, zwischen der Querstange der Pumpe und der Steuerpedale müssten dann nur 2 Löcher Abstand sein und nicht 3, wie bei mir. Wenn Du die Querstange direkt hinter das Fußsteuer montierst, wird die Pumpe zu weit nach vorne stehen und Dich beim Pumpen behindern (Spritzdecke und Beinlänge).

 

Ich glaube, Du wirst nicht umhinkommen, die Fußsteuerschienen nach vorne zu versetzen. Da nur sehr wenig Platz zur Verfügung steht, wird die Schiene vermutlich dann direkt bis zur Schottwand reichen. Leider kann ich Dir nicht sagen, ob die Befestigungsschrauben (Blechschrauben ?) bis zur in die Steuerschiene eingelassene Aluleiste (siehe Photo) hindurchgehen. Ich vermute, dass Du zwei der Befestigungslöcher im Rumpf wieder verwenden kannst, mit neuen Bohrungen in der Steuerleiste, so dass nur ein Loch abgedichtet werden muss. Das wirst Du aber erst feststellen können, wenn Du eine der Schienen abgeschraubt hast.

 

Soviel zu den Ergebnissen, die ich an meinem Kajak auf die Schnelle ermitteln konnte.

 

Du hast es richtig erkannt. Die Schottwand versetzen würde nur in meinem Fall möglich und sinnvoll sein, wenn die Steuerleiste bleibt wo sie ist. Auf die Ausbuchtung von den außen liegenden Rundumleinen-Beschläge habe ich leider nicht geachtet. Sie sind aber auf einem Photo zu erkennen.  

Forumsmitglied

 

Denke, dass Du mit Deiner Vermutung bez. der Position der Pumpe bei mir und der sich voraussichtlichen Versetzung der Schienen recht haben könntest. Die Pumpe ist bei meinem Händler nicht lagernd, dauert. Bis dahin werde ich mit ein „Modell“ aus Holz mit den Abmaßen der Pumpe basteln und mir die Sache bildlich im Kajak ansehen. Fraglich ist noch, wie wegen der Montage da am besten dazu komme, ist doch recht eng, werde vermutlich den Sitz ausbauen?

 

Meine Antwort

 

Noch ein paar Infos und Tipps zum Einbau einer Henderson-Pumpe in einen Prijon Kodiak.

 

Zunächst hatte ich versucht, die Lenzpumpe verschiebbar zu montieren. Weil aber die Steuerschienen schräg verlaufen, vorne ist der Kajak schmäler und in Richtung Sitz nimmt die Breite zu, ließe sich eine einfache Montage mit einem Querträger nicht realisieren. Deshalb hatte auch Prijon die seitliche Montage der Steuerpedale gewählt und die Firma Zölzer Pumpe und Steuer auf eine Mittelschiene aufgebaut.

 

Die Querstange besteht aus Buchenholz und weist nach 11 Jahren noch keine Ermüdungserscheinungen auf. Sie ist auch etwas kürzer als das Boot an der Einbaustelle breit ist, damit etwas Luft bleibt.

 

Zum Arbeiten am Boot empfehle ich Dir, den Kajak aufzuhängen (zwischen zwei Baumästen, soweit vorhanden) oder aufzubocken (zwischen zwei Staffeleien), mit der Sitzluke nach unten und etwa in Schulterhöhe. In dieser Lage kannst Du bequem von unten mit beiden Händen werkeln. Der Ausbau des Sitzes ist dann nicht notwendig.

 

Die Schrauben zur Befestigung der Haltewinkel habe ich fest in das Holz gedreht. Die Bohrung beträgt wie beim Gewindeschneiden 0,8 mal dem Schraubendurchmesser. Das Gewinde der Schraube frisst sich selbst in das Holz. Eventuell müsstest Du etwas fetten. Jetzt kann die Schraube sich nicht mehr bewegen und Du kannst den Winkel ohne Gegenhalten mit einer Hand leichter an- und auch wieder abschrauben.

 

Wenn Du den Winkel mit einem Langloch versiehst, hast Du die Möglichkeit, die Pumpe sogar in der Längsrichtung etwas zu verstellen. Bei mir ist sie aber fest eingebaut, weil nur ich den Kajak benutze!

 

Zwischen Steuerschiene, der Querstange und dem Winkel habe ich von einem LKW-Schlauch einen Gummistreifen geklemmt. Der dient dazu, dass sich die Querstange bei höheren Temperaturunterschieden bei Materialdehnung nicht lockern kann. Ich glaube aber jetzt im Nachhinein gesehen, dass das nicht notwendig ist.

 

Weil ich unterschiedliche Metalle verwendet habe (Winkel aus Alu, Schrauben aus Messing), wurden die Verbindungen zwischen den Materialien mit einer Scheibe aus Plastik isoliert, um eine elektrolytische Korrosion zu vermeiden. Das Loch im Aluwinkel ist etwas größer gebohrt, damit kein direkter Kontakt mit der Messingschraube zustande kommt - hoffe ich wenigstens. Das Problem hast Du aber nicht, wenn Du grundsätzlich „Nirosta“ verwendest.

 

Bei mir war auch ein Einbausatz bei der Pumpenlieferung mit dabei: Pumpe, Pumpenbefestigung (Schelle), Wanddurchführung, Pumpenschlauch und die dazugehörenden Spannbänder. Die Bänder benötigte ich aber nicht, weil der Schlauch sehr streng auf den Stuten zu schieben war und das Abpumpen des Wassers in den Schläuchen ja drucklos erfolgt. Nur zu Beginn der gesamten Abpumpaktion entsteht ein kleiner Druck, bis der Stöpsel oben auf Deck automatisch herausgepresst wird.

 

Mein letzter Tipp: Halte den Pumpenschlauch so kurz wie möglich. Ich habe das leider versäumt und den Stauraum mit der „Schlauch-Schleife“ ziemlich verbaut. So könnte ich jetzt meine leeren Wasserflaschen (zur Volumenverringerung der Sitzluke) besser stapeln.

 

 

 

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