KF-17 - Seekajak-Tour Dalmatien/Kornaten - 1. Tag - 09.08.2015

 

verfasst 2016 - geändert am 14.04 2016

 

Das dazugehörende Kapitel im Reisebericht: „Zum Donnerwetter mit dem Seekajakherz“ von meiner Paddelpartnerin Suomalee findet Ihr bei den Outdoorseiten in Ihrem Post #02 mit der Überschrift:

„DER HÄRTEFALL ZUM EINSTIEG“ ---> klicke: “hier“

(Quelle:https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/88614-HR-Zum-Donnerwetter-mit-dem-Seekajakherz?p=1430113&viewfull=1#post1430113).

 

 

Bild 01: Der Streckenplan vom 09.08.2015, mit „google-earth“ erstellt.

 

Etmal: 18,7 km - gepaddelte Strecke gesamt: 18,7 km

 

Kurzer Zwischenstopp auf der kleinen Insel Kukuljari

Nord: 43 grd, 45 min, 35 sec - Ost: 15 grd, 37 min, 50 sec

 

Eigentlich hätte für den ersten Tag die kurze Strecke von gut drei Kilometern zum Anpaddeln völlig ausgereicht. Aber wir waren von unseren früheren Touren schon etwas verwöhnt und gegenüber den Lagerplätzen entsprechend anspruchsvoll. Die Örtlichkeit war zwar mit den flachen Steinplatten zum Übernachten geeignet, aber relativ eng. Außerdem sichteten wir mehrere Leuchtfeuer in unmittelbarer Nähe, die in der Nacht unseren Schlaf beeinträchtigen hätte können.

 

Weil der Nachmittag noch nicht weit fortgeschritten war, entschlossen wir uns, zu den Inseln Kaprije und Kakan hinüberzupaddeln. Auf halbem Weg entschieden wir, an der Westseite von Kakan eine einsame Schlafstätte zu suchen. Aber wir fanden nichts Passendes. Wir umrundeten das Südkap, schauten hinter dem Leuchtfeuer auf die Ostseite ... wieder kein geeignetes Quartier in Sicht. Außerdem hatte dort, wegen der geschützten Lage im Lee der Insel, bereits die Zivilisation Einzug gehalten.

 

Erst nach der halben Umrundung der kleinen Nachbarinsel Veli Kamesnjak südlich von Kakan fanden wir eine gute Stelle zum Anlanden. Das war auch höchste Zeit, denn die Sonne stand jetzt schon sehr tief. Und am ersten Tag wollten wir bestimmt keine Nachtfahrt riskieren. Na ja, zur Insel Zirje hinüber in den Hafen Muna wären es noch einmal 3,5 km gewesen. Diese Strecke hätten wir auch noch bei Tageslicht geschafft. Aber wir wollten am ersten Tag nicht in einer Herberge übernachten, sondern „stilvoll“ unter freiem Himmel. Also raus aus dem Wasser und einen Schlafplatz gesucht!

 

Lager auf der Insel Veli Kamesnjak

Nord: 43 grd, 40 min, 18 sec - Ost: 15 grd, 41 min, 22 sec

 

 

Bild 02: Das Ausbooten auf Kamesnjak war ein Kinderspiel - im Gegensatz zur Suche eines geeigneten Flecken zum Übernachten. Lee machte einen Erkundungszug über die Insel, hatte aber nichts Entsprechendes, das unseren Vorstellungen entsprochen hätte, entdeckt.

 

 

Bild 03: Es war ein einigermaßen akzeptabler Ort, den wir schon beim ersten Rundgang gefunden hatten. Wir hatten uns entschlossen, auf alle Fälle auf dieser Insel zu bleiben ... notfalls eben hier. Und so kam es auch. Wir polsterten Lees Schlafstätte so gut es ging mit allen möglichen textilen Utensilien aus, weil sie in ihrem ranken Kajak, aus Platzgründen, die dünnere Liegematte mitgenommen hatte. Mit meiner fünf Zentimeter dicken Unterlage, sie glich schon mehr einer Matratze, hatte ich weniger Probleme. Na ja, dafür musste ich mich auch mir einem dickbauchigen Kahn abplagen.

 

Anmerkung und Tipp:

 

Am ersten Tag haben wir bestimmt nicht so weit paddeln, es eher gemütlich angehen lassen wollen. Aber wenn wir unsere Ansprüche an das Lager sehr hoch ansetzen, dann kann man schon einmal den Kürzeren ziehen. Lee hat den „Negativ-Einstand“ unserer Tour in ihrem Bericht sehr anschaulich geschildert.

 

Im Laufe meines Lebens habe ich mir einen Leitspruch zurechtgelegt, den ich des Öfteren schon in meinen Berichten hier propagiert habe: „Mit Bescheidenheit und Pragmatismus ein sorgenfreies Leben führen.“ Für mich hat sich dieser Gedanke in den meisten Fällen bewährt.

 

Vielleicht wäre es auch in diesem Fall der Lagersuche angebracht gewesen, indem wir uns bei unserem Zwischenstopp auf der kleinen Insel Kukuljari in Bescheidenheit geübt und dort unsere Antrittsfahrt beendet hätten. Im Nachhinein ist man halt immer klüger.

 

Hier kommt natürlich auch ein anderer Argumentationsstrang mit ins Spiel, die bekannte Frage nach dem „Was wäre, wenn ...“ Was wäre, wenn wir am nächsten Tag auf der Weiterreise, zum Beispiel auf der großen Insel Kakan, den schönsten Übernachtungsplatz gefunden hätten; die Wahrscheinlichkeit ist ja relativ hoch gelegen. Vermutlich wären wir dann ebenso enttäuscht gewesen, wie wir es eben jetzt beim ersten Lagerplatz auf unserer Seekajak-Reise gewesen sind. So haben wir die Weisheit: „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.“ in den Wind geschlagen und hinterher feststellen müssen, dass wir die Taube nicht in die Hand bekommen haben und welche Wahrheit in diesem sinnvollen Spruch steckt. Nach meiner Meinung ist diese Erkenntnis in einer echten Survival-Situation äußerst wichtig und von grundlegender Bedeutung.

 

Aber wir haben die erste Nacht augenzwinkernd unter die Begriffe: Schicksal, Erfahrung, Learning-by-doing, erneute Gewöhnung an das einfache Outdoor-Leben, Auffrischen unserer Paddel-Praxis usw. eingeordnet.

 

 

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