KR-23 - Die Sache mit den Minen an der Dalmatinischen Küste

 

verfasst 2013 - geändert am 22.08.2013

 

Ein Forumsmitglied der Outdoorseiten fragte, ob bei einer Kajaktour eigentlich noch eine Minengefahr an der Dalmatinischen Küste und auf den Inseln besteht. Seine Frau hätte noch schwere Bedenken, wenn sie die Informationen über Kroatien liest.

 

Daraufhin antwortete ich ihm mit folgendem kurzen Bericht:

 

Der Tourismus hat in den letzten Jahren in Kroatien massiv zugenommen. Insbesondere sind davon die Küstenregionen unmittelbar am Meer und die Inseln betroffen. Ich habe, seit ich 2002 zum ersten Mal die Dalmatinischen Inseln „bepaddelt“ habe, nichts von Minenfunden in diesem Gebiet gehört.

 

Wenn nun seit den 11 Jahren, in denen ich mich in Dalmatien aufhalte, trotz des extremen Touristenverkehrs es noch zu keinem Unfall gekommen ist, der auf Minen als Ursache zurückgeführt werden kann, ist nach der Wahrscheinlichkeit kaum davon auszugehen, dass in Zukunft mit Minen gerechnet werden muss. Zumindest in den Tourismusgebieten wird die Gefahr von Minen nicht größer sein, als bei uns in Deutschland, dass Wanderer auf einen Bildgänger aus dem 2. Weltkrieg stoßen. Wohlgemerkt, ich beziehe mich ausschließlich auf die unmittelbare Küstenregion und auf die Inseln in Kroatien! Wie es im Landesinneren bei Paddeltouren auf den Flüssen aussieht, insbesondere im Grenzgebiet zu Serbien (entsprechend Deinem Link), kann ich leider nicht sagen, weil mir dazu die Erfahrung fehlt.

 

Selbst in den ehemaligen militärischen Zonen (Bunker, Anleger, Marinebunker usw.) habe ich von Kriegsmaterial nichts entdecken können. Kein Wunder, sind ja gerade diese Anlagen eine Attraktion für Einheimische und Touristen. Außer völlig verrosteten Unterkonstruktionen für Lafetten habe ich in den ehemaligen Gefechtsständen (z.B. auf der Insel Vis) nichts gefunden.

 

Noch ein kleiner Hinweis: Meist in den Wintermonaten finden sporadisch Land- und Seemanöver mit Schießübungen an den Küsten statt. Diese Flächen werden in der Regel mit Patrouillenbooten abgesperrt. Ich persönlich bin aber auf meinen Touren noch in kein „Sperrgebiet“ geraten.

 

 

Bild 1: Na ja, es gibt sie, die kroatische Kriegsmarine. Aber sie lässt sich nur sehr selten blicken. Es ist reiner Zufall gewesen, einmal ein Marineboot in der Morgendämmerung zu photographieren. Das Militärs hält sich während der Touristensaison auffallend zurück. Vermutlich will man die Urlaubsgäste nicht verunsichern.

 

Wenn Ihr Euch nur an der Küste und auf den Inseln aufhalten wollt, sehe ich überhaupt keine Gefahr, auf bewegliches Kriegsmaterial (Minen, Munition usw.) zu stoßen. Eine Seekajaktour mit den dazugehörenden Landaufenthalten (Rast, Lager, Spaziergänge usw.) ist zumindest unter dem Gesichtspunkt: „Minen“ aus meiner Sicht völlig harmlos. Falls Deine Gattin noch weitere, spezielle Auskünfte zu diesem Thema über das Seegebiet der Dalmatinischen Inseln wünscht oder weiter Bedenken hat, bin ich gerne bereit, diese zu erteilen oder zu entkräften - eventuell über E-Mail. 

 

 

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